{"id":3797,"date":"2011-06-27T15:50:47","date_gmt":"2011-06-27T15:50:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.cultura21.net\/r%c3%bcckblick-cultura21-themenabend-can-artists-change-china"},"modified":"2014-01-13T11:45:10","modified_gmt":"2014-01-13T10:45:10","slug":"r%c3%bcckblick-cultura21-themenabend-can-artists-change-china","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.cultura21.net\/de\/themen\/arts-de\/r%c3%bcckblick-cultura21-themenabend-can-artists-change-china\/","title":{"rendered":"R\u00fcckblick: Cultura21 Themenabend &#8222;Can Artists Change China?&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><iframe loading=\"lazy\" width=\"425\" height=\"349\" src=\"http:\/\/www.youtube.com\/embed\/010yAyQN2Dg\" frameborder=\"0\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>Am 16. Juni fand an der Leuphana Universit\u00e4t L\u00fcneburg ein Themenabend rund um die Verhaftung von Ai Weiwei statt. Mehr als hundert TeilnehmerInnen jeden Alters kamen zu der Veranstaltung (<a href=\"http:\/\/www.cultura21.net\/topics\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/Weiwei-Pressespiegel.pdf\" target=\"_blank\">Presseartikel \u00fcber die Veranstaltung<\/a>). Eine Woche danach erfuhren wir erleichtert von der Freilassung Ai Weiweis, nach fast drei Monaten. Doch viele Fragen bleiben unbeantwortet &#8211; auch von dem verstummten Ai Weiwei. Die Aussage der chinesischen Beh\u00f6rden, Ai Weiwei sei aufgrund &#8222;seiner guten Haltung im Bekenntnis seiner Verbrechen&#8220; (Steuerhinterziehung) auf Kaution freigelassen worden, verdeutlicht die anhaltende Bedrohung einer erneuten Inhaftnahme des kritischen K\u00fcnstlers. Viele MenschenrechtlerInnn und AktivistInnen, die wegen der friedlichen Aus\u00fcbung ihrer Meinungs- und Versammlungsfreiheit (Rechte, die von der chinesischen Verfassung und internationalen Menschenrechtserkl\u00e4rungen garantiert sein sollten) festgenommen wurden, sind noch immer in Haft (siehe auch: <a href=\"http:\/\/fidh.org\/China-Ai-Weiwei-s-release\" target=\"_blank\">FIDH Pressemitteilung<\/a>).<\/p>\n<p>Die Themen, die am 16. Juni an der Leuphana Universit\u00e4t L\u00fcneburg besprochen wurden, bleiben von gr\u00f6\u00dfter Relevanz und Aktualit\u00e4t. Lesen Sie im Folgenden einen R\u00fcckblick der Debatte &#8222;Can Artists Change China?&#8220;:<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\">Internationale Aufmerksamkeit<\/h3>\n<p>&#8222;Er ist im Westen ber\u00fchmt, aber in China ist seine Bekanntheit sehr begrenzt, auch aufgrund der Zensur&#8220;, sagte documenta12 Direktor Roger Buergel. Die Diskussionsteilnehmer waren sich einig, dass die Darstellung Ai Weiweis in westlichen Medien zu einseitig ist und der Komplexit\u00e4t der Welt der Kunst in China oder die Lage der Menschenrechte nicht gerecht wird. Die Aufmerksamkeit der Medien sollte sich nicht auf einen \u201eHelden\u201c, sondern verst\u00e4rkt (und kontinuierlich) auf das generelle Vorgehen der chinesischen Regierung  gegen viele Menschenrechtsaktivisten richten.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\">Wer die Grenzen \u00fcberschreitet<\/h3>\n<p>Ai Weiweis Verschwinden hat gezeigt, dass niemand vor dem starken Arm der Regierung sicher ist, wenn er oder sie die Regierung \u00f6ffentlich kritisiert, insbesondere in so sensiblen Frage wie den Geb\u00e4udekonstruktionsfehlern in Sichuan, die bei dem gro\u00dfen Erdbeben im Jahr 2008 f\u00fcr den Tod von tausenden von Sch\u00fclern verantwortlich waren. Die Frustration und Unzufriedenheit der Mehrheit der chinesischen Bev\u00f6lkerung im Angesicht der \u00f6konomischen Ungleichheit und sozialen Ungerechtigkeit ist in vielerlei Hinsicht gro\u00df und Ai Weiwei fand hierf\u00fcr Geh\u00f6r in der internationalen Gemeinschaft (womit er als zunehmende Bedrohung f\u00fcr das Regime galt).<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\">Wirtschaftswachstums als Legitimation f\u00fcr Menschenrechtsverletzungen?<\/h3>\n<p>Die chinesische Regierung argumentiert h\u00e4ufig, dass das chinesische Volk insgesamt freier ist als je zuvor. Solche propagandistischen Argumente verschleiern jedoch die Wirklichkeit. In der Podiumsdiskussion wurde darauf hingewiesen, dass der Wohlstand des Staates in gro\u00dfen Teilen genutzt wird, um innere Unruhen und Aktivismus gegen soziale Ungerechtigkeiten unter Kontrolle zu halten. Zum ersten Mal \u00fcbersteigen sogar die Ausgaben f\u00fcr die \u00f6ffentliche Sicherheit diejenigen der nationalen Verteidigung.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\">Rolle der K\u00fcnstler bei einer sozialen Transformation Chinas?<\/h3>\n<p>K\u00fcnstler nehmen gro\u00dfe Risiken auf sich, wenn sie sozialen Aktivismus betreiben, aber sie sind eine Minderheit unter den verschiedenen Gruppen, die f\u00fcr Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit eintreten. Auch nehmen nicht viele K\u00fcnstler ij China politischen Positionen ein. K\u00fcnstler sind tendenziell elit\u00e4r mit urbaner Basis und ihre Hauptziele sind Ruhm und Gewinn. Andersherum ist es schwierig Kunst, die politische Aussagen treffen will, zu finanzieren. Weder gibt es \u2013 naturgem\u00e4\u00df &#8211; Subventionen vom Staat, noch k\u00f6nnen problemlos Finanzmittel aus dem Ausland genutzt werden. Die M\u00f6glichkeit des Geldtransfers an inl\u00e4ndische Institutionen, darunter NGOs, werden durch die Beh\u00f6rden stark kontrolliert, manipuliert und beschr\u00e4nkt.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\">Rolle der internationalen Gemeinschaft<\/h3>\n<p>Externe Anspr\u00fcche des Westens k\u00f6nnen zwar als &#8222;kolonial&#8220; gesehen werden &#8211; was auf diese Weise von der chinesischen Regierung kommuniziert wird, um nationale Unterst\u00fctzung in der Bev\u00f6lkerung zu erzeugen. Auf der anderen Seite ist Schweigen jedoch keine Option. Immerhin hat der starke \u00f6ffentliche Aufschrei mit zur Verbesserung der Situation f\u00fcr Ai Weiwei beigetragen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 16. Juni fand an der Leuphana Universit\u00e4t L\u00fcneburg ein Themenabend rund um die Verhaftung von Ai Weiwei statt. Mehr als hundert TeilnehmerInnen jeden Alters kamen zu der Veranstaltung (Presseartikel \u00fcber die Veranstaltung). 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