{"id":1195,"date":"2006-09-30T12:40:22","date_gmt":"2006-09-30T12:40:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.cultura21.net\/installation-und-performance-fraternit%c3%a9-hidden-voices"},"modified":"2014-01-13T11:39:35","modified_gmt":"2014-01-13T10:39:35","slug":"installation-und-performance-fraternit%c3%a9-hidden-voices","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.cultura21.net\/de\/themen\/arts-de\/installation-und-performance-fraternit%c3%a9-hidden-voices\/","title":{"rendered":"Installation und Performance: Fraternit\u00e9 Hidden Voices"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.cultura21.net\/de\/themen\/arts-de\/fraternite-hidden-voices\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1197 alignleft\" title=\"fraternite\" src=\"http:\/\/www.cultura21.net\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/fraternite.jpg\" alt=\"\" width=\"158\" height=\"212\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Zeit:<\/strong> 2006<br \/>\n<strong>Ort:<\/strong> Halle an der Saale<br \/>\n<strong>Projektleitung:<\/strong> Isabella Bordoni<br \/>\n<strong>Cultura21-Beteiligung:<\/strong> Partnerschaft<\/p>\n<p><strong>Projektwebsite:<\/strong> <a href=\"http:\/\/www.ib-arts.org\/\" target=\"_blank\">www.ib-arts.org<\/a><\/p>\n<p>Am 22. September wurde die Installation und Performance &#8222;Fraternit\u00e9 Hidden Voices&#8220; von Isabella Bordoni in Halle an der Saale vorgestellt. Zentraler Bestandteil des Kunstprojektes sind Beitr\u00e4ge von Migranten &#8211; und ein Gedicht von Ingeborg Bachmann.<\/p>\n<p><em>von Sabine Breitsameter, Kuratorin<br \/>\nIsabella Bordoni<\/em><!--more--><\/p>\n<p>Bordonis Arbeiten setzen Poesie, Klang, Bildende Kunst und Architektur in Beziehung zu B\u00fchne und Raum. Sie zielen darauf ab, in der Kunst eine tempor\u00e4re Gemeinschaft von Ideen \u00fcber die konventionellen Genregrenzen hinweg zu schaffen. Seit Jahrzehnten realisiert Isabella Bordoni Projekte zu imaginierten Stadtr\u00e4umen, poetischen Landschaften, \u00f6ffentlichen Geb\u00e4uden und zur Thematik Migration, dies sowohl in deren geographischen und digitalen als auch mentalen und k\u00fcnstlerischen Erscheinungen. Seit zwei Jahren besch\u00e4ftigt sie sich eingehend mit dem Werk von Ingeborg Bachmann.<\/p>\n<p><strong>Die Installation<\/strong><\/p>\n<p>Beim Betreten der Installation &#8222;Fraternit\u00e9 Hidden Voices&#8220; erblickt man einen transparenten Schleier. Auf diesen sind Zeilen aus Ingeborg Bachmanns Gedicht &#8222;Rede und Nachrede&#8220; projiziert sowie mehrere r\u00e4umliche und mediale Ebenen visueller Darstellung: Die Fenster werfen \u00fcberlebensgro\u00dfe Diaportraits Unbekannter in den Raum zur\u00fcck, eine Videoleinwand bildet eine weitere Querachse im Raum. Das Visuelle umschlie\u00dft die akustischen R\u00e4ume und verweist darin auf eine \u00d6ffentlichkeit, in der Individuelles sichtbar, aber gleichbedeutend damit nicht \u00f6ffentlich dechiffrierbar sein muss. In diesen \u00f6ffentlichen-poetischen Raum (Bordoni nennt ihn &#8222;hybrid\/public-poetic space&#8220;) werden mittels eines besonders empfindlichen Mikrofons, einem mikroskopischen Blick \u00e4hnelnd, leise Ger\u00e4usche von au\u00dferhalb in den Innenraum \u00fcbertragen und verweben sich mit einer Vielzahl von Kl\u00e4ngen und den Stimmen von Ingeborg Bachmann und Isabella Bordoni.<\/p>\n<p><strong>&#8222;Wort, sei von uns&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>In Fenstern\u00e4he kann der Besucher \u00fcber Kopfh\u00f6rer auch in die zweite akustische Ebene, den privaten Raum (&#8222;intimate space&#8220;) von &#8222;Fraternit\u00e9 Hidden Voices&#8220; eintauchen. Stimmen unterschiedlicher Herkunft, unterschiedlichen Alters und Geschlechts erz\u00e4hlen Geschichten aus ihrem Leben und mischen sich mit den Kl\u00e4ngen des Raumes. Beim Besucher der Installation, beim H\u00f6rer, entstehen auf diese Weise Beziehungen zwischen den beiden auditiven R\u00e4umen. Individuelle Lebenserfahrungen vermischen sich mit dem \u00f6ffentlich-poetischen Raum, mit den kleinen auditiven Splittern der halleschen Gegenwart, sowie mit der akustisch-poetischen Vergegenw\u00e4rtigung von Ingeborg Bachmanns Erfahrung. Diese kommt der Ver\u00e4u\u00dferung einer individuellen Erfahrung gleich: im Moment, in welchem der \u00f6ffentliche Raum durch eine totalit\u00e4re Macht \u00fcbernommen wird, die bis in die privaten Verh\u00e4ltnisse des Einzelnen dringt, verliert sich die Individualit\u00e4t der Lebens-, der Sprechperspektive in der Ver\u00f6ffentlichung. Im Zentrum dieser Arbeit und im Raum steht, sichtbar und in den eigenen Worten Bachmanns zu h\u00f6ren, jener Vierzeiler aus &#8222;Rede und Nachrede&#8220;:<\/p>\n<address> Wort, sei von uns, \/ freisinnig, deutlich, sch\u00f6n. Gewi\u00df mu\u00df es ein Ende nehmen, \/ sich vorzusehen. Parola, sii nostra, \/ libera, chiara, bella. Certo, dovr\u00e0 avere fine \/ ogni cautela.<\/address>\n<p><strong>Kontakt<\/strong><br \/>\nIsabella Bordoni<br \/>\nProgetto per le Arti<br \/>\nVia Santa Aquilina, 23\/A<br \/>\n47900 Rimini (Italia)<br \/>\nMail: isabella.bordoni (at) tin.it<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.ib-arts.org\" target=\"_blank\">www.ib-arts.org<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zeit: 2006 Ort: Halle an der Saale Projektleitung: Isabella Bordoni Cultura21-Beteiligung: Partnerschaft Projektwebsite: www.ib-arts.org Am 22. September wurde die Installation und Performance &#8222;Fraternit\u00e9 Hidden Voices&#8220; von Isabella Bordoni in Halle an der Saale vorgestellt. 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