{"id":445,"date":"2010-12-02T09:46:02","date_gmt":"2010-12-02T09:46:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.cultura21.net\/"},"modified":"2014-01-17T13:00:41","modified_gmt":"2014-01-17T12:00:41","slug":"konzept","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.cultura21.net\/de\/konzept\/","title":{"rendered":"Konzept"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"line-height: 1.5;\">Der Begriff der sozial-\u00f6kologischen Entwicklung (Sustainability) dr\u00fcckt dabei die enge Verbindung zwischen Frieden, Gerechtigkeit, Toleranz, Demokratie, Lebensqualit\u00e4t, kultureller und biologischer Vielfalt aus.<\/span><\/p>\n<p><strong>Kulturelle Dimension<\/strong><\/p>\n<p>Cultura21 interessiert sich vor allem f\u00fcr die kulturelle Dimension der gesellschaftlichen Entwicklung. Medien, K\u00fcnste, Bildung, Wissenschaft, Kommunikations- und Organisationsformen sowie menschliche Emotionen sind fundamentale Faktoren des gesellschaftlichen Wandels. Diese Plattform richtet deshalb ihre Aktivit\u00e4ten sowohl an die Konzeption als auch an die praktische Umsetzung von kulturellen Strategien f\u00fcr den sozial-\u00f6kologischen Wandel.<\/p>\n<p>Mit diesem Ziel vernetzt Cultura21 Personen und Organisationen, indem es ihnen einen gemeinsamen Interaktionsraum anbietet. W\u00e4hrend das Netzwerk den intra- und interkulturellen Wissenstransfer, die sparten\u00fcbergreifende Synergiebildung und eine neue Kulturbewegung f\u00f6rdert, bietet das Institut Cultura21 e.V. Raum f\u00fcr die inhaltliche Arbeit (Forschung, Projekte, Weiterbildung).<\/p>\n<h2><span style=\"font-weight: normal;\"><span style=\"color: #000000;\">Hintergrund<\/span><\/span><\/h2>\n<p>Im 21. Jahrhundert steht die Menschheit vor gewaltigen existenziellen Herausforderungen. Abnahme der biologischen Vielfalt, Zunahme der Weltbev\u00f6lkerung, Klimawandel, Armut, Demokraturen und Aufr\u00fcstung sind Aspekte einer globalen Krise, die immer deutlicher in Erscheinung tritt und seit langem gro\u00dfe Opfer fordert.<\/p>\n<p><strong>L\u00f6sungsans\u00e4tze<\/strong><\/p>\n<p>Dass sich die meisten Indikatoren dieser Krise weiter versch\u00e4rfen, deutet nicht nur auf ihre strukturellen Ursachen hin: Es sind auch die bisherigen L\u00f6sungsans\u00e4tze, die mangelhaft, unzureichend oder gar Teil des Problems sind.<br \/>\nDer dominante L\u00f6sungsansatz f\u00fcr soziale Probleme reduziert sich auf die Forderung nach Wirtschaftswachstum, sozialer Kontrolle und milit\u00e4rischer Sicherheit. Der dominante L\u00f6sungsansatz f\u00fcr \u00f6kologische Probleme beschr\u00e4nkt sich auf die Forderung nach neuen Technologien. In beiden F\u00e4llen gilt grunds\u00e4tzlich die Parole \u00bbWeiter so\u00ab \u2014 solange die sozialen Grenzen der Gesellschaft und die biophysischen Grenzen des Planeten nicht erreicht sind. Dann wird es aber zu sp\u00e4t sein. Viele Menschen zahlen bereits heute einen hohen Preis f\u00fcr diese Politik und f\u00fcr dieses Wirtschaftsmodell.<\/p>\n<p><strong>Die globale Krise ist auch eine kulturelle Krise<\/strong><\/p>\n<p>Sie hat kulturelle Ursachen und Auswirkungen, wie zum Beispiel eine verbreitete Wachstumsideologie oder die Zerst\u00f6rung von einheimischen Kulturen.<br \/>\nIn den letzten Jahrhunderten wurde nicht nur die Natur, sondern auch die Medien, die Bildung, die Wissenschaft, die K\u00fcnste und letztendlich die Menschen selbst mehr und mehr der B\u00fcrokratie oder dem Markt funktionalisiert. Sie sind nicht mehr so unabh\u00e4ngig und frei. Dadurch werden die kulturelle Dynamik, die kritische Selbstreflexion und die Kreativit\u00e4t sowie die M\u00f6glichkeit der Selbstverwirklichung gebremst und gehemmt.<\/p>\n<p><strong>Umfassender Kulturbegriff gefordert<\/strong><\/p>\n<p>Die heutige Entwicklung ist auch durch sozio\u00f6konomische Polarisierung, Differenzierung und Spezialisierung gekennzeichnet. Die Frage der Integration und der Koh\u00e4sion sowie nach dem \u00bbSinn des Ganzen\u00ab bleiben auf der Strecke. Deshalb brauchen wir einen umfassenden Kulturbegriff, der die existenzielle und integrative Bedeutung der Kultur unterstreicht.<\/p>\n<h2><span style=\"font-weight: normal;\"><span style=\"color: #000000;\">Kulturbegriff<\/span><\/span><\/h2>\n<p>Unter\u00a0Kultur\u00a0fasst Cultura21 die sieben priorit\u00e4ren Arbeitsfelder der UNESCO zusammen:<\/p>\n<ol>\n<li>kulturelle und sprachliche Vielfalt<\/li>\n<li>Erziehung<\/li>\n<li>Wissenschaft<\/li>\n<li>K\u00fcnste<\/li>\n<li>Kommunikation und Medien<\/li>\n<li>Sozialwissenschaften und (nachhaltige) Entwicklung<\/li>\n<li>Frieden und Menschenrechte<\/li>\n<\/ol>\n<p>Hinzu kommt bei Cultura21 ein anthropologischer und semiotischer Kulturbegriff. Kultur ist die Basis, auf der jeder von uns t\u00e4glich Entscheidungen trifft. Jede Kultur stellt sowohl eine Interpretation als auch ein Projekt von Gesellschaft dar, das durch Handeln und Techniken umgesetzt wird. Modelle der gesellschaftlichen Entwicklung (z.B. die Globalisierung und ihre Alternativen) m\u00fcssen daher zuvorderst als \u00bbkulturelle Programme\u00ab verstanden werden.<\/p>\n<p>F\u00fcr Cultura21 ist Kultur eine Art\u00a0gesellschaftliche DNS und RNS. Die kulturelle Vielfalt ist f\u00fcr die Existenz der Gesellschaft so wichtig wie die biologische Vielfalt f\u00fcr das Gleichgewicht eines \u00d6kosystems. Wie die Vermischung der DNS eine biologische Art st\u00e4rkt, so erh\u00f6hen die intra- und interkulturelle Kommunikation die Krisenresistenz einer Gesellschaft. Ohne eine\u00a0kulturelle Evolution\u00a0werden wir die globale Umweltkrise nicht in einer\u00a0friedlichen\u00a0und\u00a0gerechten\u00a0Weise \u00fcberwinden k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Begriff der sozial-\u00f6kologischen Entwicklung (Sustainability) dr\u00fcckt dabei die enge Verbindung zwischen Frieden, Gerechtigkeit, Toleranz, Demokratie, Lebensqualit\u00e4t, kultureller und biologischer Vielfalt aus. Kulturelle Dimension Cultura21 interessiert sich vor allem f\u00fcr die kulturelle Dimension der gesellschaftlichen Entwicklung. Medien, K\u00fcnste, Bildung, Wissenschaft, Kommunikations- und Organisationsformen sowie menschliche Emotionen sind fundamentale Faktoren des gesellschaftlichen Wandels. 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