Ludger Heidbrink, Alfred Hirsch. Kulturen der Verantwortung

Zeit: 2007
Ort: Essen
Projektleitung: Ludger Heidbrink, Alfred Hirsch
Cultura21-Beteiligung: Offener Kreis

Die von Priv.-Doz. Dr. Ludger Heidbrink (Ehrenmitglied von Cultura21) und Priv.-Doz. Dr. Alfred Hirsch geleitete Forschungsgruppe „Kulturen der Verantwortung. Die kulturellen Voraussetzungen komplexer Verantwortungsgesellschaften“ des Kulturwissenschaftlichen Instituts hat erste Ergebnisse ihrer bisherigen Forschungsarbeit in Form von zwei Aufsatzbänden vorgelegt.

1. Buch: Verantwortung in der Zivilgesellschaft

Der erste Band trägt den Titel „Verantwortung in der Zivilgesellschaft. Zur Konjunktur eines widersprüchlichen Prinzips“ (hrsg. von Ludger Heidbrink und Alfred Hirsch, Frankfurt am Main: Campus 2006). Von Verantwortung, insbesondere Eigenverantwortung, ist derzeit viel die Rede. Im Zuge der notwendigen gesellschaftlichen Reformen wird von den Bürgern erwartet, sich ebenso um das Gemeinwohl wie um die eigene Existenzsicherung zu kümmern. Die Autoren des Bandes fragen nach den gesellschaftlichen Fundamenten des Verantwortungsprinzips und gehen den Widersprüchen der so genannten Verantwortungsgesellschaft nach, die dem Einzelnen viel Entscheidungsspielraum lässt, ihm aber zugleich immer schwerere Lasten auferlegt, die zu neuen Ungerechtigkeiten und Überforderungen führen.

2. Buch: Staat ohne Verantwortung?

In dem soeben erschienenen zweiten Band „Staat ohne Verantwortung? Zum Wandel der Aufgaben von Staat und Politik“ (hrsg. von Ludger Heidbrink und Alfred Hirsch, Frankfurt am Main: Campus 2007) setzen sich renommierte Autoren mit der Problematik staatlicher Verantwortungsfähigkeit und politischer Verantwortungsbereitschaft auseinander. Angesichts aktueller Probleme wie Reform des Arbeitsmarktes, Umbau der Wohlfahrtsgesellschaft und Privatisierung öffentlicher Einrichtungen gibt der Staat erhebliche Teile seiner Verantwortung an soziale Akteure und Organisationen, an Verbände und Unternehmen ab. Die Autoren des Bandes untersuchen, welche Auswirkungen dieser Rückzug des Staates aus der Erfüllungsverantwortung auf seine Steuerungsfähigkeit hat.

Die Forschungsgruppe „Kulturen der Verantwortung“ des Kulturwissenschaftlichen Institut in Essen untersucht die moralischen, politischen, ökonomischen und globalen Rahmenbedingungen komplexer Verantwortungsgesellschaften.

Kontakt
Kulturwissenschaftliches Institut
www.kwi-nrw.de