Leuphana21

Zeit: 2007-2008
Ort: Lüneburg
Projektleitung: C21 Lokalgruppe
Cultura21-Beteiligung: Offener Kreis

Projektwebsite: www.leuphana.de.vu

Worum geht es hier?

Um »www.leuphana.de.vu, eine vermeintliche Werbekampagne für die „Leuphana Universität Lüneburg“. Wir haben diese Website erstellt und wollen hier darüber informieren.

Wer seid ihr?

Wir sind die Studentengruppe ‚Cultura21 Lüneburg‘. Wir sind alle Mitglieder der Universität Lüneburg. Wir würden es vorziehen, unsere Namen nicht zu nennen, auch weil Herr Spoun, der Präsident der Universität Lüneburg, angeblich schon auf die Idee kam, dass wir einen Werbefilm für ihn produzieren sollen.

Wollt ihr die Leute an der Nase herumführen?

Nein. Wir wollen dazu anregen, hinter bunte PR-Oberflächen zu schauen, und sich mit den wirklichen Veränderungen an der Universität und im Bildungswesen auseinanderzusetzen.

Wir überlassen es Euch zu beurteilen, inwiefern sich unsere Parodie von ”echten” Texten wie diesen unterscheidet:

Im ”Land der Ideen” müssen Ideen auch zünden und Spitzenleistungen in der Forschung rasch zu Produkten werden. Wir setzen dabei auf den systematischen Brückenschlag zwischen Wissenschaft und Wirtschaft – verbunden mit klaren Zielen für jeden technologischen Bereich. Investitionen von rund 15 Milliarden Euro bis zum Jahr 2009 machen die Hightech-Strategie zu einem starken Motor für die Wirtschaft und schaffen bis zu 1,5 Millionen zukunftssichere Arbeitsplätze.

(von der Homepage des Bundesministerium für Bildung und Forschung)

Warum habt ihr die Tafel mit dem Libeskind-Bauvorhaben verschandelt, die sich bei dem Biotop befindet?

Die Tafel haben wir aufgestellt. Das ursprüngliche Motiv (wie es im Film zu sehen ist) wurde einige Tage später von Leuten entfernt, die die Tafel wohl für echt hielten.

Was soll das alles?

Immer wieder wird über die Kommunikationspolitik des Präsidenten geklagt. Wir wollen das ändern, wir übernehmen die nicht vorhandene Kommunikation für das Präsidium, und kommunizieren das, was sich das Präsidium nicht traut Euch zu sagen: Leuphana ist ein Experiment, das gelingen oder aber auch schief gehen kann.

Was steckt dahinter?

Hinter dem Konzept des Projektes steht die Grundidee der Kommunikationsguerilla, bei der es darum geht den Betrachter zu irritieren und so zum Überdenken seiner bisherigen Einstellungen zu bewegen. Reflektion ist der Motor des Wandels!

Es geht dabei also um eine Art Identitätskorrektur, also darum, die Außendarstellung mit den wahren Zielen abzugleichen. Diese Art von tactical media wurde vor allem durch die Aktionen der Yes Men bekannt.

Während der Durchführung dieses Projektes gingen wir vom ”worst case scenario” der zukünftigen Leuphana aus, doch wer hätte gedacht, dass wir dabei der Realität so nahe kommen. Denn Menschen in Leuphana Shirts, Otto Group Stipendien, Hochglanz Werbung und Libeskind Campus sind schon da. Welcome to Leuphana.

Stellt Euch das ”worst case scenario” der zukünftigen Bildungslandschaft vor und nennt es Leuphana.

Und was jetzt?

Haben wir dem Präsidium nur einen Gefallen getan, denn für solch einen Imagefilm hätten Scholz & Friends sicher jede Menge Studiengebühren verlangt? Wollen wir sagen: Nach uns die Sintflut!

So schlimm wird es nicht kommen?

Nein: wir wollen mit Euch eine Vision einer anderen Universität entwickeln, eine, die wirklich den Begriff der Nachhaltigkeit wirklich verdient hat.