Daniel Frese Preis für zeitgenössische Kunst 2012

Der Daniel Frese Preis für zeitgenössische Kunst wird seit 2011 von KIM für bildende beziehungsweise visuelle Künstler/innen in der Region Lüneburg ausgelobt. Verliehen wird dieser Preis für herausragende Entwürfe neuer künstlerischer Arbeiten. Die alljährliche Auszeichnung von zwei Künstler/innen, die einen Wohnsitz in einem der elf Landkreise dieser Region haben, umfasst verschiedene Formen von Anerkennung und eröffnet den Preisträger/innen neue Möglichkeiten der Vernetzung.

So ist der Preis zunächst mit einer öffentlichen Würdigung und einem Preisgeld für den eingereichten Entwurf verbunden. Zudem erhalten die Preisträger/innen Gelegenheit, ihren künstlerischen Zugang in einer Gruppenausstellung mit namhaften Künstler/innen vorzustellen. Als Laudatorin für die Vergabe des Daniel Frese Preis 2012 konnte Heike Munder gewonnen werden, Direktorin des Migros Museum für Gegenwartskunst Zürich und Mitglied der Jury des Turner Prize 2012 der Tate Gallery London.

Widmung

Die Auszeichnung ist dem Andenken des Lüneburger Malers und Kartographen Daniel Frese (1540–1611) gewidmet. Er bleibt in Erinnerung mit Gemälden für das kunsthistorisch bedeutsame Rathaus Lüneburgs, in denen eine neue Bildsprache zum Ausdruck kommt. Außerdem schuf Daniel Frese Entwürfe für »Civitates Orbis Terrarum«, den weltweit ersten Städteatlas von Braun und Hogenberg (ab 1572). Auf dem Weg zu einem autonomen, von Lenkung durch Kirche, Feudalherren und Staat befreiten künstlerischen Feld trat Daniel Frese als vielseitiger Künstler hervor, der Anregungen sowohl aus der italienischen wie auch aus der niederländischen Malerei zu verarbeiten wusste.

Thematischer Schwerpunkt 2012: »Nachhaltigkeit«

Der Dialog zwischen bildender beziehungsweise visueller Kunst und Nachhaltigkeitstheorien stützt sich auf Entwicklungen, die mit der konzeptuellen Kunst der 1960er Jahre, mit Land Art, Arte Povera und sozialer Plastik ihre Anfänge nahmen. Er geht mit Bestrebungen der stärkeren Anbindung von Kunst an gesellschaftliche Belange einher. Ohne sich immer ausdrücklich auf das Diskursfeld zu beziehen, finden in der zeitgenössischen Kunst rege Auseinandersetzungen mit dem komplexen Thema statt. Fragen nach dem Verhältnis zu Natur, Kultur und Technik, nach menschenverursachtem Klimawandel, sozialer Teilhabe, Generationengerechtigkeit sowie Entschleunigung und nachhaltiger Entwicklung werden auch in der Kunst gestellt. Längst steht nicht mehr allein die Umweltkrise im Vordergrund, sondern Ökologie, Ökonomie, das Soziale und das Kulturell-Ästhetische sind im Diskurs um Nachhaltigkeit als im gegenseitigen Austausch stehende Teilbereiche zu verstehen. Um künstlerische Auseinandersetzungen mit den vielfältigen Aspekten von »Nachhaltigkeit« beziehungsweise »Nicht-Nachhaltigkeit« anzuregen, steht die Auslobung des Daniel Frese Preis 2012 unter diesem thematischen Schwerpunkt.

Für die auf Fragen von »Nachhaltigkeit«, einschließlich »Nicht-Nachhaltigkeit«, bezogene Ausstellung des Jahres 2012 stellt der Kunstverein Springhornhof in Neuenkirchen bei Soltau Räume, Reputation und Ressourcen zur Verfügung. Die realisierten Werke der Preisträger/innen münden in diese Schau, die sie mit bedeutenden künstlerischen Positionen aus dem nationalen und internationalen Kontext zusammenführen wird. Am 27. Oktober 2012 findet die Ausstellungseröffnung statt.

Die Bewerbung ist bis zum 31. Mai 2012 möglich.
Weitere Informationen zum Daniel Frese Preis sowie zum Bewerbungsverfahren gibt es hier.

Text übernommen von http://kim-art.net/